Update zu unserem Bosnien & Herzegowina Schwerpunkt (Juni 2020)

An den Tagen rund um den Weltflüchtlingstag am 20. Juni haben in Wien viele Begegnungen stattgefunden, in die wir als Pfarrnetzwerkasyl eingebunden waren.

Auf Einladung von SOS Balkanroute war Zehida Bihorac Odobasic in Wien, die im bosnischen Ort Velika Kladuša, direkt an der EU-Außengrenze aufopfernd Flüchtlingsarbeit leistet. Am Freitag, den 19. Juni haben wir gemeinsam mit Petar Rosnadić (SOS Balkanroute) und Zehida eine Dokumentation der Menschenrechtsverletzungen an der kroatischen Grenze an Parlamentarierinnen der Grünen und der SPÖ übergeben, worüber auch in der ZIB 13 und ZIB 1 berichtet wurde.

Am Weltflüchtlingstag selbst hatten wir die ehrenvolle Möglichkeit, die Dokumente auch an Justizministerin Alma Zadić zu übergeben, die uns viel Zeit gegeben hat um über die aktuelle Lage für geflüchtete Menschen an der EU-Außengrenze zu berichten.

An dieser Stelle möchten wir uns auch herzlich bei der Plattform für eine menschliche Asylpolitik für die Organisation der Kundgebung Weltflüchtlingstag – Solidarisch durch jede Krise!, bei der auch zahlreiche Mitglieder unseres Netzwerks teilgenommen haben, bedanken.

Bei allen Gelegenheiten wurden auch unsere Projekte „Schutzhäuser für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ und „Familien für Familien “ in Bihać vorgestellt und sie haben viel Interesse erfahren.

Die Fotos wurden von © Ben Owen-Browne gemacht und uns dankenswerter Weise für diesen Eintrag zur Verfügung gestellt.

„Unmenschliche Situation für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Bihać“ – Weltflüchtlingstag 2020

Der Weltflüchtlingstag am 20. Juni ist im Besonderen ein Tag wo wir dort hinschauen müssen, wo andere wegsehen. 2020 ist das Bihać und Umgebung, nur 500 km von Wien und 25 km von der kroatischen EU-Außengrenze entfernt.

In dieser Stadt in Bosnien und Herzegowina und ihrem umgebenden Kanton Una Santa spielt sich ein Flüchtlingsdrama ab. Betroffen ist eine Region, die selbst unter wirtschaftlichen Schwierigkeiten und den Nachwehen des Bosnienkrieges leidet. Die jungen Leute haben in großer Zahl die Region in Richtung EU verlassen zurück bleiben zumeist ältere Menschen und jene mit wenig Bildung, die noch immer an den eigenen Kriegstraumata leiden und jetzt oft mit Angst auf die vielen Flüchtlinge reagieren, die jetzt ihren Weg in die EU suchen.

Als VertreterInnen des bosnischen Frauenforums „Mimosen“ und des Pfarrnetzwerks Asyl haben wir uns vor einem halben Jahr selbst ein Bild von der Situation in Bihać gemacht, um mit den Menschen vor Ort zu überlegen, welche Hilfsmaßnahmen wir setzen können. Besonders unbegleitete minderjährige Flüchtlinge leiden unter den desaströsen Umständen vor Ort. Menschen auf der Flucht sind unzureichend versorgt, leben nicht nur in den offiziellen Lagern, sondern auch auf der Straße, in leerstehenden Gebäuden oder Bauruinen. Viele von ihnen erleben Gewalt und Missbrauch und sind betroffen von psychischen und gesundheitlichen Problemen. „Diese menschenunwürdigen Lebensbedingungen müssen ein Ende haben und insbesondere unbegleitete minderjährige Flüchtlinge brauchen Schutz, Versorgung und eine Perspektive!“ fordert Roswitha Feige vom Leitungsteam des Pfarrnetzwerks Asyl.

Deshalb haben wir die Idee mit nach Wien gebracht in Kooperation mit der Stadt Bihać und dem Zentrum für Sozialarbeit in Bihać drei Schutzhäuser für minderjährige unbegleitete Kinder und Jugendliche auf der Flucht zu bauen, um zumindest einige von ihnen aus diesen menschenunwürdigen Situationen zu holen und ihnen Schutz und soziale und psychische Versorgung zu gewähren.

Durch die COVID–19 Pandemie hat sich die Situation für die Menschen vor Ort zugespitzt, besonders für jene auf der Flucht. „Seit dem Lockdown werden die Menschenrechte immer wieder und immer öfter verletzt!“ zeigt Azra Merdžan vom Frauenforum „Mimosen“ die Situation aus Bihać auf. „Wir alle waren zuhause und sorgten uns um unsere Zukunft und Gesundheit und oft fragte ich mich wohin sich jene Menschen zurückziehen sollen, die kein Zuhause haben? Was wird aus den Kindern und Menschen auf der Flucht, die auf nacktem Beton, am Fluss Una oder im ehemaligen Pensionistenwohnheim, einer Kriegsruine, campieren?“

Heute leben in Bihać und Umgebung mehr als 10.000 Flüchtlinge, davon sind mehr als 8.000 registriert und rund 2.500 auf der Straße. Dadurch steigen auch die Spannungen zwischen der ansässigen Bevölkerung und den neu Angekommenen „Alleine heute kamen 200 Flüchtlinge an, zumeist unbegleitete Minderjährige. Wir sind für sie zuständig, aber wir sind den steigenden Zahlen nicht mehr gewachsen und können keine adäquaten Unterkünfte und Schutz bieten! Mehr als ein Drittel der minderjährigen Flüchtlinge sind in den Camps von Gewalt betroffen und sie warten auf unser gemeinsame Hilfe und den Bau der Schutzhäuser!“ berichtet Senad Tutić aus seiner Arbeit als Direktor des Zentrums für Sozialarbeit in Bihać.

Aus diesem Grund möchten wir in Kürze und so schnell als möglich mit dem Bau eines ersten Schutzhauses beginnen. Unser zweites Projekt heißt „Familien helfen Familien“, bei dem Patenschaften von Familien in Wien und Bihać übernommen werden und somit auch die einheimische Bevölkerung unterstützt wird. Beide Projekte planen wir in engen Kontakt mit den Wiener Kinderfreunden und der Caritas Wien und Caritas Banja Luca.

Gleichzeitig erfordert diese dramatische und menschenunwürdige Situation an der EU-Außengrenze eine Lösung auf politischer Ebene, um für die Menschen vor Ort und den geflüchteten Menschen Schutz, Sicherheit und eine Perspektive zu geben. „Wir wissen, dass unsere Arbeit nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist, aber sie rettet ganz konkret Leben. Ein politisches Handeln der Staatengemeinschaft ist jetzt gefragt, um die Situation zu entspannen. Hier muss auch Österreich einen Beitrag leisten und zum Beispiel besonders von Gewalt betroffene Kinder und Jugendliche aus diesem Gebiet nach Österreich holen!“ fordert David Neuber vom Pfarrnetzwerk Asyl abschließend.

„Gestrandet an der EU-Grenze“ – Bosnien-Hilfe des Pfarrnetzwerk Asyls in ORF Orientierung

Ein aktueller Beitrag von Marcus Marschalek für ORF-Orientierung zeigt die  fürchterliche aktuelle Situation für Menschen auf der Flucht an der EU-Außengrenze zu Bosnien und Herzegowina, besonders in Bihać. Er legt auch einen Fokus auf die Initiativen in Wien, die Hilfe und Unterstützung leisten… u.a. auch das Pfarrnetzwerk Asyl. Ein herzlicher Dank an Marcus Marschalek, sowie unseren FreundInnen, WegbegleiterInnen und UnterstützerInnen.

Einladung Totengedenken 2020

Wie in jedem Jahr gedenken wir um den Weltflüchtlingstag am 20. Juni all den Menschen die auf der Flucht sind und ihren Schicksalen. In diesem Jahr findet es am 24. Juni um 19.00 Uhr in der Kirche St. Elisabeth (Sankt-Elisabeth-Platz, 1040 Wien) der Pfarre zur Frohen Botschaft statt.

Wir freuen uns über viele Menschen, die mit uns im Gebet zu diesem Anliegen sind, sowohl vor Ort, als auch zu Hause!

Update aus Bihać (Mai 2020)

In den vergangenen Tagen hat uns ein Brief mit einem Update von unseren Partnerinnen und Partnern des Sozialzentrums in Bihać, Bosnien und Herzegowina erreicht.

Dabei wurde uns mitgeteilt, dass im Stadtgebiet Bihaćs ein neues Lager „Lipa“ mit einer Kapazität von bis zu 1.000 Plätzen entstanden ist. Trotz dieser Maßnahme reichen die Kapazitäten für die Unterbringung geflüchteten Menschen bei weitem nicht und daher kann mit Sicherheit gesagt werden, dass die jetzige Situation, im Vergleich mit dem letzten Jahr, überhaupt nicht besser ist. Es wird befürchtet, dass sich die Situation durch das Kommen von noch mehr geflüchteten Menschen nach Bihać weiter verschärfen wird.

Im Bezug auf unsere geplanten Schutzhäuser zur Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen geflüchteten Menschen, hoffen wir auch weiterhin, dass eine Realisierung des Projekts stattfinden kann. Die Stadt Bihać würde, wie schon letztes Jahr angekündigt, das Grundstück und die kommunalen Dienstleistungen zur Verfügung stellen. Die Priorität ist und bleibt weiterhin der Bau dieser Schutzhäuser um um die unbegleiteten Minderjährigen zu beschützen, so dass keine Sterbefälle zum Tragen kommen, die in Bihać leider häufig auftreten und die Stadt nicht in der Lage ist, diese zu verhindern.

Außerdem freut es uns sehr, dass wir als Pfarrnetzwerk Asyl, den Kontakt zwischen dem Sozialzentrum der Stadt Bihać und der zuständigen Caritas in Bnaja Luka herstellen konnten, wo es nun auch bald zu einem Treffen der verantwortlichen Personen kommt.

Wir sammeln weiterhin Spenden für die geplanten Schutzhäuser und freuen uns, wenn ihr in euren Pfarren dazu Projekte umsetzt und uns bei der Suche nach weiteren Sponsoren helft! DANKE!

Pfarre St. Johann Nepomuk Caritas
Betreff: BIHAC

IBAN: AT92 2011 1838 8556 6401
BIC: GIBAATWWXXX

Ute-Bock-Preis 2020 für SOS Balkanroute und Fairness Asyl

Die Initiative SOS Balkanroute sowie der Verein Fairness Asyl haben den den heuer mit 4.000 Euro dotierten Ute-Bock-Preis erhalten.

Es freut uns insbesondere, dass unsere Partnerinnen und Partner von SOS-Balkanroute rund um Brigitte Holzinger und Petar Rosandić für ihr unermüdliches Engagement an der EU-Außengrenze in Bosnien und Herzegowina ausgezeichnet wurden. Mit Hilfstransporten zu den geflüchteten Menschen an der bosnisch-kroatischen Grenze, die unter menschenunwürdigen Verhältnissen leben, schauen sie hin, handeln und helfen konkret! Danke für euer Engagement!

Artikel auf derstandard.at, 4. Mai 2020 von Irene Brickner.

Roswitha Feige und SOS-Balkanroute Initiator Petar Rosandić bei unserem Bosnien-Schwerpunkt-Abend am 31. Januar 2020 in der Pfarre St. Johann Nepomuk.

Corona-Krise: Mehrsprachige Infos

Der Wissensstand über die aktuelle Lage rund um die COVID-19 Pandemie ist bei geflüchteten Menschen sehr unterschiedlich und hängt v.a. auch mir der mangelnden Verfügbarkeit von bzw. dem Wissen über Informationen in Erstsprachen zusammen. Hier haben wir ein paar Links zum Teilen und Weiterleiten gesammelt!

Die momentane Situation empfinden die meisten Menschen als belastend. Viele schlafen schlecht, sind unruhig und gereizt. Da tut es besonders gut, mit anderen zu reden. Deshalb haben wir hier für euch mehrsprachige psychologische Angebote gesammelt ↓↓.

Mehrsprachige psychologische Beratung in Corona-Zeiten

Auf der Seite des Sozialministeriums finden sich Infos für Schutzmaßnahmen in den Sprachen Arabisch, B-K-S, Deutsch, Englisch, Farsi und Türkisch.

Auf der Seite von UNHCR Austria findet sich ein Sammlung von Infoblättern und Info-Videos besonders zu nötigen Schutzmaßnahmen während der COVID-19 Pandemie.

Während der Coronakrise bietet die Abteilung Integration und Diversität der Stadt Wien ab Montag, 30. März 2020 einen mehrsprachigen Info-Service an. Es besteht die Möglichkeit per Email, Facebook oder Telefon Fragen in 22 Sprachen zu stellen. Von Montag bis Freitag (9 bis 16 Uhr) steht das Service zur Verfügung und es gibt das Bemühen die Fragen innerhalb von 24 Stunden zu beantworten.

Auch der Österreichische Integrationsfonds bietet Informationen in insgesamt 16 Sprachen auf seiner Website an, auch als YouTube-Videos, wie hier beispielsweise in Farsi.

Auf der Website des Roten Kreuzes gibt es eine eigene COVID-19 Infoseite mit vielen Informationsmaterialien in mehreren Sprachen zum Download. Auch eine eigene App dafür wurde entwickelt.

Corona-Krise: Appell zur Evakuierung der Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln

Initiiert von der asylkoordination österreich, richten wir als Netzwerk aus 14 Pfarren und Kirchengemeinden gemeinsam mit ca. 150 kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Österreich und ganz Europa, einen dringenden Appell an Spitzenpolitikerinnen und Spitzenpolitiker der EU und an den griechischen Regierungschef. Wir fordern die unverzügliche Evakuierung der Flüchtlingslager und Hotspots auf den griechischen Inseln, um eine Katastrophe inmitten der Covid 19-Pandemie zu verhindern!

Wer individuell helfen möchte, kann den Appell auf urgentletter.at als Privatperson unterschreiben, bzw. den Spendenaufruf der Diakonie Österreich unterstützen:

Erste Bank
Kennwort: Flüchtlingshilfe Griechenland
IBAN: AT49 2011 1287 1196 6399 BIC: GIBAATWWXXX

Dringender Appell zur Evakuierung der Flüchtlingslager in Griechenland (23. März 2020)

UPDATE über die aktuelle Lage in Bihać

Senad Tutić, der Direktor des Sozialzentrums in Bihać, sandte uns gestern folgendes Mail, das die derzeitige Situation der geflüchteten Menschen in Bihać beschreibt und das wir mit euch teilen möchten.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bin der Meinung, dass ich die Aufgabe habe, euch kurz über die Lage, in welcher sich das Zentrum für Sozialarbeit in Bihać befindet, zu informieren, sowie über Minderjährige, die in unserer Obhut leben.

Bihać – Der kantonale Krisenstab hat den Beschluss gefasst, die sich außerhalb des Camps befindenden Migranten, in den Ort „Lipa“, der ungefähr 30 km von Bihać liegt, zu übersiedeln.

An diesem Ort herrschen keine Infrastruktur, kein Service, Wasser und Kanalisationssystem. Auf der anderen Seite hat der kantonale Krisenstab den Transport, wenn es sich um Migranten handelt, verboten. Zusätzlich hat er die Bewegung von Migranten, die sich im Camp Bira, befinden untersagt, weswegen die Anspannung im Camp von Tag zu Tag steigt, sowie die Ungewissheit derer außerhalb des Camps.

Wir, als öffentliche Einrichtung, die direkt in die Hilfe der migrantischen Population eingebunden sind, wurden in eine sehr schwierige Situation gebracht, wenn es um unsere Arbeit und Ressourcen geht. Wir haben keine grundlegenden Utensilien für diese Situation, das heißt: Schutzhandschuhe, Masken, Desinfektionsmittel, Hilfspakete für Minderjährige (Kleidung, Schuhe, Nahrung und Zelte) und noch weitere -für diese Situation benötigten Dinge.

Eine Übersiedlung der Migranten wird Anfang kommender Woche erwartet. Über neue Geschehnisse in unserem Gebiet werden wir Sie zeitgerecht informieren mit dem Ziel uns eine Unterstützung im Zusammenhang mit Ihren Kapazitäten, zu bieten.

Mit besten Grüßen,
Senad Tutić

Das Lager „Bira“ in Bihać im Dezember 2019.

Botschaften in Verbundenheit zur abgesagten Mahnwache am 20. März 2020

Bei der 11. Romaria und Mahnwache 2020 / Solidaritätsweg mit Flüchtlingen mit dem Motto Begegnen statt Ausgrenzen, hätten wir heute gemeinsam mit unseren Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartnern zu einem Solidaritätsweg mit Flüchtlingen und zu einer Mahnwache eingeladen.

Dia aktuelle Situation mit den Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung des Coronaviruses  hat uns dazu veranlasst, die wichtigen Botschaften zu diesem Thema auf einem anderen Weg zu senden und unter die Menschen zu bringen.

1. Sr Teresa Hieslmayr, MSc bringt es in ihrer Videobotschaft auf den Punkt, wenn sie  fragt „Zusammenhalten, ein wenig zurückstecken, Opfer bringen zum Wohl aller. Warum, frage ich mich, sollten diese Grundsätze nicht auch im Umgang mit geflüchteten Menschen gelten?“

2. Christian Konrad von der Allianz „Menschen.Würde.Österreich“ bekräftigt in seiner Kurzbotschaft an das Pfarrnetzwerk Asyl seine Verbundenheit mit den Anliegen der abgesagten Mahnwache am 20. März 2020:

„Wir müssen aufeinander schauen – in Österreich und in der Welt. Gerade in schwierigen Zeiten zeigt sich, dass wir nur gemeinsam Entscheidendes bewegen können. Es ist schön zu sehen, dass Österreich auch jetzt in dieser herausfordernden Zeit voller Zusammenhalt steckt und dass Verlass auf die vielen freiwilligen HelferInnen und Organisationen ist.

Das ist für mich nicht überraschend, denn schon 2015 haben Menschen in Österreich Großartiges geleistet. Während Politik und Verwaltung damals vielfach überfordert waren, haben Menschen in Österreich einfach die Ärmel aufgekrempelt und bedingungslos geholfen. An den Grenzen, an den Bahnhöfen, in den Not- und Transitquartieren ist damals jenes Österreich sichtbar und wirksam geworden, auf das wir alle stolz sein dürfen. Durch diese herausfordernde Situation sind neue Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements entstanden, die in Österreich nicht mehr wegzudenken sind. Und zehntausende BürgerInnen haben nach 2015 weiter Verantwortung für geflüchtete Menschen in Österreich übernommen. Wir sind ein hilfsbereites Österreich, wir leben Menschlichkeit – damals und heute.

Aber, nicht nur „Corona“ ist eine Gefahr für Europa. Es geht auch um den Umgang mit den Menschen die bereits in Europa auf den griechischen Inseln darauf warten, dass ihr Asylantrag den rechtsstaatlichen und menschenrechtlichen Standards Europas entsprechend bearbeitet wird. Nicht jeder/jede wird ein Recht auf Asyl haben, aber jeder/jede hat das Recht auf ein faires Verfahren – und das in einer menschenwürdigen, sicheren und die Gesundheit nicht gefährdenden Situation.

Die Menschen in Österreich wollen menschlich bleiben, auch im weltweiten Kontext – auch hier ist die österreichische Bundesregierung gefordert. Denn Menschlichkeit ist nicht auf die eigenen vier Wände, die eigene Stadt, das eigene Land beschränkt. Wir müssen aufeinander schauen.“

Christian Konrad, Allianz „Menschen.Würde.Österreich“

Copyright: MWÖ / Susanne Reiterer (bearbeitet vom Pfarrnetzwerk Asyl)